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360° Marketing Magazin

Brand Merch: Der nächste grosse Marketing Hype

Budweiser tut es schon lange, Coca-Cola sowieso. Wie sieht es mit Ihrem Brand aus? Ist Merchandising ein Thema für Ihr Unternehmen? In den USA wurde allerspätestens diesen Sommer in rieser Trend in Sachen Brand Merch losgetreten. Was steckt dahinter?

Inhaltsverzeichnis

Im Juni hat Netflix sein allererstes E-Commerce-Angebot, Netflix.shop, vorgestellt, um Sammlerstücke, Soundtracks, Kleidung und Wohnaccessoires rund um die beliebtesten Programme des Streaminganbieters zu verkaufen. Jetzt, pünktlich zu den Feiertagen, expandiert das Netflix mit noch mehr Brand Merch und zwar gleich von der Eigenmarke selbst.

Netflix UI German | With Love, Hülya

Das Unternehmen wird in diesem Monat mit dem Verkauf von “Chilleez” beginnen. Dabei handelt es sich um plüschige, kissenähnlichen Puppen, die den Standardprofilbildern ähneln, das Netflix-Mitglieder bei der Einrichtung ihres Kontos verwenden. Laut einem Netflix-Blogbeitrag über die Produkte sind Chilleez „freundliche Monster mit schelmischen Blick” die unsere Netflix-Konten bevölkern.

image2 | With Love, Hülya

Netflix folgt damit einem Merchandising-Trend, der in den USA gerade unter unzähligen Brands die Runde macht – und die Fans stürzen sich auf deren neueste “Marken”-Artikel.

Brands spüren den Druck, im Leben einer Generation präsent zu sein, die gegenüber traditioneller Werbung abgestumpft ist.

Aber warum bringen diese Brands überhaupt Berge von Kleidungsstücken und Accessoires auf den Markt?

Markenführung in Zeiten der Gen Z

Natürlich tragen eine Vielzahl von Faktoren zu diesem Trend bei, aber wie so oft steht das Buhlen um die Aufmerksamkeit der Verbraucher und die Vermittlung von Markenwerten im Mittelpunkt.

Die Brands spüren den Druck, im Leben einer Generation präsent zu sein, die gegenüber der traditionellen Werbung abgestumpft ist. Sie erforschen unkonventionelle Wege, und Merchandising-Artikel sind einer davon.

Marken müssen einen Weg finden, sich auf Mikro- und Nischengemeinschaften zu konzentrieren und mit kleineren Gruppen in Kontakt zu treten.

sunnyd merch | With Love, Hülya

Mit anderen Worten: Wenn eine Marke in der Creator Economy echten Buzz erzeugen will, muss sie Personen ansprechen, die mehr als nur eine funktionale Beziehung zu ihren Waren oder Dienstleistungen haben. Dies ist im Wesentlichen das, was SunnyD (siehe Screenshot oben) mit seiner Streetwear getan hat. Jetzt haben die eingefleischten Fans der Marke die Möglichkeit, die Orangenlimonade über Social Media hinaus in der realen Welt zu repräsentieren.

Als die Leute anfingen, den rot karierten Trainingsanzug, den der Schauspieler Craig Robinson in der „Newstalgia“-Kampagne von Pizza Hut trägt, zu kaufen, führte das Unternehmen eine Kollektion mit dem Titel Pizza Hut Tastewear ein. Sie umfasst neben dem Trainingsanzug auch ein T-Shirt, Pantoletten eine goldene Halskette in Form eines Stücks Pizza.

Zu den jüngsten Beispielen gehören eine Bauchtasche in Keksform von Dunkaroos, ein Hawaii-Hemd mit Fleischsandwich-Motiv von Arby’s, ein nach geräuchertem Fleisch riechender Trainingsanzug (ebenfalls von Arby’s), eine sündhaft teure Varsity-Jacke von A&W und ein Badeanzug mit dem Aufdruck „Soup“ (Suppe) von Panera Bread.

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500 Dollar für die Varsity Jacke und 715 Dollar kosteten die Boots von A&W
Arby’s Smoked Sweats Unboxing auf Twitter. Preis für ganzen Anzug: ca. 110 Dollar

Kein US-Ding: Brand Merch funktioniert auch bei uns

Zuerst in Deutschland, dann auch in der Schweiz: Lidl brachte einen eigenen Sneaker in die Läden, die von Influencern getragen wurden, innert kürzester ausverkauft waren und danach im Internet zu horrenden Preisen angeboten wurden.

Dabei begann eigentlich alles ganz harmlos – mit einem Aprilscherz.

Am ersten April vor einem Jahr zeigte Lidl in Deutschland einen eigenen blau-gelb-roten Sneaker in einem Facebook-Post. Der als Aprilscherz gedachte Schuh kam so gut bei den Social-Media-Usern an, dass Lidl im Herbst 2019 eine streng limitierte Auflage an 400 echten Lidl-Sneakers an seine Fans verloste. Da der Andrang auf den Schuh so gross war und Lidl von zahlreichen Kundenanfragen praktisch überrannt wurde, liess der Detailhändler den Sneaker kurzerhand produzieren und nahm ihn in den Verkauf auf.

Lidl Schweiz Newsroom

Die Lidl-Aktion beweist; auch im deutschsprachigen Raum exisitiert riesiges Potential für Brand Merch. Besonders erfolgversprechend wird eine solche Aktion durch koordinierte Collabs mit Content Creator, Fashion Labels oder Künstlern.

Das andere grosse Ding: Brand Merch Collabs

Brands, die von einem Image-Transfer profitieren wollen, arbeiten mit Stars und Influencern zusammen und bauen diese Collab gerne auch mal mit Brand Merch aus. So hat beispielsweise Sportartikelhersteller Adidas mit Beyoncés Sportbekleidungslinie Ivy Park für eine spezielle Kollektion zusammengespannt.

Hähnchenbrater Popeyes tut sich aktuell mit Rapgigantin Megan Thee Stallion zusammen. Nebst epischen Werbespots und anderen „klassischen“ Werbemitteln, kommt auch eine eigens kreierte Popeyes x Megan Thee Stallion Brand Merch Linie in den Verkauf.

Brand Merch: Popeyes x Megan Thee Stallion T-Shirt
Das Popeyes x Megan Thee Stallion T-Shirts gibt es schon für 30 Dollar

Von der Goldfischen-Knabberzeugs-Marke Goldfish gibt es neuerdings dank einer Partnerschaft mit dem Streetwear-Brand JNCO eine Limited Edition an Jalapeño Popper Goldfish® Hosen und T-Shirts.

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Jalapeño Popper Goldfish® Hosen von JNCO. Kostenpunkt: 200 Dollar.

Das nächste grosse Ding (aka „craze“): Brand Merch NFTs & Game Items

Mit zunehmender Beliebtheit werden NFTs (Non-Fungible Tokens) von Vermarktern auf verschiedene Weise genutzt, um sowohl Werbung zu machen als auch Einnahmen zu erzielen. So hat Pizza Hut beispielsweise mit einem verpixelten NFT-Pizzastück für vier neue Pizzen geworben.

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Pizza Hut NFT (Bild: Rarible)

Und Chipotle „droppt“ auf der Online-Spieleplattform Roblox aktuell täglich neue virtuelle Gegenstände (Items und Skins), mit denen man seine Spielfigur aufmotzen kann.

Selbst Luxusmarken wie Gucci verhökern Items auf Roblox. Ein NFT-Kunstwerk von Gucci wurde beim Auktionshaus Christie’s für satte 25’000 USD verhökert.

Bild: © Gucci
(Bild: © Gucci)

Die perfekte Zuten für eine eigene Brand Merch Kampagne

Wenn dich dieser Beitrag dazu inspiriert hat, eine eigene Brand Merch Linie auf den Markt zu bringen, dann lass dir von uns, mit unserer Expertise und unserem ausgedehnten Netzwerk dabei unterstützen.

Vereinbare einen unverbindlichen Beratungstermin über unseren Online-Terminkalender oder fordere einen Rückruf über unser Kontaktformular an.

Bonus

Und ganz neu ist das Thema Brand Merch natürlich nicht. Vielleicht erinnerst du dich ja noch an die Apple Sneakers aus den 1980er-Jahren.

Von Cem Topçu

Marketingexperte & Blogger bei Techgarage und With Love, Hülya.

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